Freitag, 28.01.2022 03:24 Uhr

Russland setzt auf Öl.

Verantwortlicher Autor: J.Barsukovs Moskau, 11.10.2021, 17:18 Uhr
Presse-Ressort von: Jurijs Barsukovs Bericht 3718x gelesen
Russland Öl
Russland Öl  Bild: J.Barsukovs

Moskau [ENA] Russland setzt auf Öl: Das neue Öl-Megaprojekt "Vostok Oil". Während die Briten mit dem Problem der leeren Regale im Supermarkt und Tankstellen ohne Kraftstoff konfrontieren und die größten Unternehmen in China und Europa ihre Produktion wegen Strommangels unterbrechen müssen,

realisiert Russland mit Ruhe, Konzentration und in strikter Übereinstimmung mit dem Plan das weltweit größte Ölprojekt "Vostok Oil". Der Winter hat noch nicht begonnen, aber die europäischen und asiatischen Länder erleben bereits jetzt schon die Folgen des forcierten Ausstiegs der Weltwirtschaft aus fossilen Energieträgern. China hat als Beispiel die Inbetriebnahme stillgelegter Kohleminen angeordnet, um mit den Kapazitätsproblemen fertig zu werden. Europa geriet in eine schwierigere Situation, da die Rehabilitierung vieler Kohleminen und Kraftwerke nicht mehr möglich ist.

Experten prophezeien die erste Phase der größten Energiekrise des Jahrzehnts. Kaum waren zaghafte Zeichen einer Erholung im vorigen Jahr zu sehen, nun steht die Welt vor der Herausforderung der Energieknappheit. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Turbulenzen wächst die globale Ölnachfrage. Nicht nur deshalb, weil Gas so teuer geworden ist. Es ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass viele Ölproduzenten ihre Investitionen für Erkundung und Erschließung von neuen Lagerstätten wegen des Veränderungsprozesses "Green Transformation" stark reduziert haben. Es ist gar nicht so einfach, das geschrumpfte Angebot schnell wiederherzustellen. Russland schlug auch hier den Sonderweg ein.

Nur wenige wissen, dass die russische Regierung vor einem Jahr, wo führende westliche Experten den Verzicht auf fossile Energieträger weltweit aktiv propagierten, beschlossen hat, in das größte Ölförderprojekt der Welt "Vostok Oil" zu investieren. Es geht um Dutzende von bereits erschlossenen und auch von vielversprechenden Ölfeldern in der Arktis. Bis heute ist dies das größte Projekt seiner Art: die Ressourcenbasis beträgt schätzungsweise über 6 Milliarden Tonnen vom schwefelarmen Premium-Öl. Mehr als 400 Tausend Menschen können am Projekt beteiligt werden. Die neuen Lagerstätten brauchen sehr viel Technik: Muldenkipper, Bagger, Mehrwegefahrzeuge, Hubschrauber. Ganz zu schweigen von den modernen eisbeständigen Schiffen!

Die Arbeit an dem Projekt ist in vollem Gange. Auf dem Fluss Jenissei werden Anlegestellen gebaut. Während der Schifffahrtszeit wurden Tausende Tonnen Rohrprodukte, Schotter, Straßenplatten und Metallkonstruktionen nach Sibirien gebracht. Die wichtigste Aufgabe ist die Stromversorgung. Insgesamt wird es notwendig sein, Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 3,5 GW zu bauen; 5 Tausend km Stromnetze zu verlegen; 3 neue Flugplätze, viele Hubschrauberstationen und den größten Hafen in der Arktis zu errichten. Das Land wird in diesem konkreten Fall nicht nur von dem Ölabsatz profitieren; verwandte Industrien Russlands werden spürbar unterstützt. 2024 können die Öltanker das erste Öl des Projekts transportieren.

Die Analysten von Saxo Bank und JPMorgan haben eine Prognose für den Beginn des nächsten Superzyklus der Rohstoffpreise gemacht. Der Zyklus kann mindestens ein Jahrzehnt dauern. Nicht nur Öl wird gefragt sein, sondern auch Metalle, ohne welche die "grüne Transformation" einfach unmöglich ist. Dies deutet darauf hin, dass die planmäßige Entwicklung eigener Bergbau- und Verarbeitungsindustrie die richtige Wahl war. Die ganze Welt wird noch zur Einsicht kommen, wie wichtig für sie Russlands Ressourcen sind. Videobericht: https://youtu.be/ApokOwo2orw

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